Ergonomisch arbeiten: Gesundheit und Produktivität


Donnerstag, 11.01.2018

Die Gesundheit der Arbeitnehmer auf jeder Ebene ist die Grundvoraussetzung für ein effektives und produktives Arbeiten. Gesundheitliche Einschränkungen mindern die Leistungsfähigkeit und beeinträchtigen gleichzeitig auch massiv den unternehmerischen Erfolg. Dabei wirkt sich das Arbeitsumfeld direkt auf die Gesundheit und auch die Gesunderhaltung der Mitarbeiter aus und der Unternehmer kann viel und positiv auf die gesundheitliche Stabilität des Teams einwirken.

Hoher Krankheitsstand ist ein finanzielles Risiko

Der Umsatz des Unternehmens ist häufig unmittelbar von der Anwesenheit der einzelnen Mitarbeiter abhängig, z. B. in Praxen oder Dienstleistungsbetrieben. Fehlt ein Mitarbeiter, kommt es zu einem Verdienstausfall für den Betrieb und gleichzeitig muss der Lohn fortgezahlt werden. Die Erstattung der Krankenkasse kann die Kosten, die durch den Ausfall entstehen, nicht vollständig decken und bei einer häufigen Wiederholung der Krankheitsfälle ist der Erfolg des Unternehmens beeinträchtigt.



Natürlich befinden sich Unternehmer dabei im Zwiespalt. Einerseits kann kein Arbeitnehmer etwas für Erkrankungen, andererseits sind Arbeitgeber aufgrund der fehlenden Arbeitskraft bei bleibenden Kosten und dem Verdienstausfall schnell genervt. Niemand darf aufgrund seiner Krankheiten aus dem Arbeitsverhältnis entlassen werden, ebenso wenig möchten die Arbeitgeber Existenzen der Mitarbeiter gefährden. Eine schwierige Situation, für die es nur eine tatsächlich positive Lösung gibt: Das Aufbessern der allgemeinen Gesundheit im Team.
Arbeitsplätze einrichten
In diversen Jobs entwickeln Mitarbeiter Probleme mit dem Bewegungsapparat. Jeder Mensch ist unterschiedlich gebaut und die physiologischen Anforderungen sind individuell. Wer täglich acht Stunden in derselben Position verbringt, benötigt viel Ausgleich, um die einseitige Dauerbelastung auszuhebeln. Für Sport fehlt häufig die Zeit und so entwickeln Menschen pathologische Bewegungsmuster und nehmen Schonhaltungen ein, die dauerhaft unausweichlich zu krankhaften Veränderungen führen. Diese sind mit Schmerzen verbunden und bringen verschiedenste Erkrankungen mit sich, z. B. Bandscheibenvorfälle, HWS-Syndrom, Hypertonus und andere Probleme des Bewegungsapparates. Ergonomische Arbeitsplätze können den Teufelskreis unterbrechen. Speziell entwickelte Arbeitsplatzsysteme eignen sich für das Einrichten der gesundheitsfördernden Arbeitsplätze. Diese sind individuell an jeden Mitarbeiter anpassbar und ermöglichen auch Veränderungen innerhalb eines Platzes, so kann die Arbeitsposition bedarfsgerecht angepasst werden. So kann beispielweise die Arbeitshöhe verändert werden, die Abstände optimiert oder an richtigen Stellen zusätzliche Beleuchtung angebracht werden.

Diese Aspekte sind für die Optimierung der Arbeit von Bedeutung


  • Die Höhe der Sitzgelegenheit sowie die Position der Beine und der Füße

  • Die Höhe der Arbeitsplatte

  • Die Möglichkeit, im Stehen zu arbeiten

  • Ausreichende Ausleuchtung am Arbeitsplatz

  • Erreichbarkeit von notwendigen Arbeitsmaterialien

  • Die Form und Härte der Sitzgelegenheit

  • Ausreichender Abstand zu anderen Kollegen



Die richtige und vor allem flexible Position während des Arbeitens unterstützt Körperfunktionen wie die Durchblutung, die Atmung, den Verdauungstrakt und den Muskeltonus. Der Körper ist nicht gezwungen, Ausweichbewegungen durchzuführen oder Schonhaltungen anzunehmen. Eine bequeme und angepasste Position des Körpers nimmt Einfluss auf die psychische Gesundheit der Mitarbeiter. Aus falscher Körperhaltung entsteht häufig auch ein inneres Unwohlsein, welches sich auf die Arbeit auswirken kann. So merkt man, dass gut strukturierte und eingearbeitete Arbeitsplatzsysteme Auswirkungen auf den gesamten Organismus nehmen können und somit den unmittelbaren Einfluss auf die Leistungsfähigkeit haben.

Im Jahr 2015 waren Erkrankungen des Bewegungsapparates die unangefochtene Nummer 1 für Krankmeldungen der Arbeitnehmer. Über 21% aller Krankschreibungen ließen sich auf Leiden der Knochen, Muskeln und Gelenke zurückführen, gefolgt von psychischen Erkrankungen. Viele dieser Erkrankungen wären mit Sicherheit vermeidbar gewesen, wenn keine dauerhafte Fehlbelastung auf den Arbeitnehmern lasten würde. Im Durchschnitt waren Menschen mit Problemen des Bewegungsapparates 18 Tage krankgeschrieben. Wenn es um eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit geht, spielt auch hier der Bewegungsapparat sehr weit oben und nimmt den zweiten Platz ein, nach psychischen Erkrankungen. Da psychische Erkrankungen und der Bewegungsapparat einen Teufelskreis bilden und sich ständig gegenseitig bedingen, können die Zahlen in vielen Fällen als eine Einheit gesehen werden. Mit ergonomisch eingerichteten Arbeitsplätzen können Arbeitnehmer den Krankheitsstand im Unternehmen verringern und ihre Teams vor Dauerschäden schützen.